Problematische Papierprodukte im deutschen Handel 

Ergebnisse von ROBIN WOOD-Aktionen und Dialog

Papier Union - sehenden Auges in die Katastrophe

Seit einigen Jahren widmet sich ROBIN WOOD verstärkt problematischen Papierprodukten im deutschen Handel. In mehreren Fällen konnten wir Papier von Konzernen wie APP und APRIL, die den Regenwald in Indonesien zerstören und die lokale Bevölkerung von ihrem Land vertrieben haben, auf dem deutschen Markt aufspüren. ROBIN WOOD konnte mehrere Unternehmen und Papierverbraucher durch Dialog und Protestaktionen zum Verzicht auf diese Produkte bewegen. Allerdings waren diese Bemühungen nicht immer von Erfolg gekrönt. 

Karstadt - Raubbaupapier raus, Recyclingpapier rei

Im März 2002 protestierte ROBIN WOOD in mehreren Städten vor Filialen des Kaufhauskonzerns gegen den Verkauf von Kopierpapier der Marke Golden Plus von APP. Karstadt reagierte sofort mit der Zusage, dass dieses Produkt zukünftig nicht mehr bezogen wird und ergänzte das Sortiment einige Monate später mit einem Recyclingpapierprodukt für Drucker und Kopierer. Weniger vorbildlich verhält sich das Unternehmen bei Gartenmöbeln aus Tropenholz. Noch immer kommen Möbel aus Tropenholz ohne FSC-Zertifikat in die Geschäfte.

Pressemitteilungen

Karstadt zieht Konsequenzen aus ROBIN WOOD- Protest gegen Tropenholz-Papier
Karstadt räumt Fehler ein - ROBIN WOOD-Aktionen gegen Tropenholz-Papier erfolgreich
Karstadt verdient am Raubbau an den Wäldern 

METRO-Gruppe - nach acht Monaten Verzicht auf Papier aus Regenwaldzerstörung

Die METRO ist eines der größten Handelsunternehmen der Welt. In Deutschland gehören u.a. Galeria Kaufhof, REAL, Saturn, Media Markt und Extra zur METRO. Bereits Ende 2003 fand ROBIN WOOD Papier von APP bei Galeria Kaufhof und forderte die METRO-Gruppe auf, Produkte dieses Konzerns auszulisten. Die METRO war dazu nicht bereit und verwies auf angebliche Naturschutzprojekte von APP. Nach einem ergebnislosen Briefwechsel protestierte ROBIN WOOD im Juni 2004 bei der Hauptversammlung der METRO in Düsseldorf gegen den Umweltskandal bei der METRO. Gleichzeitig konnte ROBIN WOOD durch einen Fasertest beweisen, dass die METRO Papier aus Tropenholz verkaufte. Wie die METRO später einräumte, stammte das untersuchte Papier von APP. Die METRO hielt aber dennoch an dem Geschäft fest. Darauf folgten ROBIN WOOD-Proteste in acht Städten vor Kaufhäusern der Gruppe. Anfang August schließlich teilte der Handelsriese mit, dass APP die geforderten Nachweise für die unbedenkliche Herkunft der Produkte nicht erbracht habe und daher nicht mehr an die METRO liefern könne. Weitergehende Gespräche mit ROBIN WOOD lehnt die Gruppe bisher ab.

Pressemitteilungen:
ROBIN WOOD überzeugt Metro

METRO gerät wegen Handel mit Produkten aus Regenwaldzerstörung weiter unter Druck
METRO profitiert von der Zerstörung des Regenwaldes

Papier Union - sehenden Auges in die Katastrophe

Der nach eigener Darstellung „führende deutsche Papiergroßhändler“ hält auch nach über zwei Jahren des Protests von Umweltorganisationen aus aller Welt an dem Geschäft mit APRIL-Papier fest und hat sich lediglich darauf beschränkt, nur noch Papier von APRIL aus Plantagenzellstoff zu beziehen. ROBIN WOOD setzt den Händler weiter unter Druck, ganz auf APRIL-Papier zu verzichten, da der Konzern den letzten Regenwald Sumatras in Plantagen umwandelt und für gewalttätige Ausschreitungen gegen Einheimische verantwortlich ist.

Pressemitteilungen:
Einzigartige Torfwälder auf Sumatra in Gefahr 

PAPIER UNION ist mitverantwortlich für Menschenrechtsverletzungen und Waldzerstörung
ROBIN WOOD-Stellungnahme www.robinwood.de/papierunion

Post und McPaper - erst Ökoversprechen gebrochen, dann Besserung gelobt            

Die Post und McPaper wurden bereits 2003 mit Produkten des Herstellers APRIL ertappt und versprachen damals gegenüber ROBIN WOOD, auf diese Produkte zu verzichten. Anfang 2004 stellte ROBIN WOOD in No-Name-Produkten anhand von Laboruntersuchungen Zellstoff aus „Mixed Tropical Hardwood“ fest. Nach Protestaktionen in Bonn und Berlin im März versprach die Post eine gründliche Lösung des Problems. Bei einem Gespräch in der Hamburger Pressestelle im Juni 2004 diskutierte die Post mit ROBIN WOOD einen Entwurf für Leitlinien im Papiereinkauf. Außerdem versprach die Post deutlich mehr Recyclingpapier einzusetzen. Kürzlich kündigte die Post allerdings an, ihren Unternehmensbericht in Zukunft nicht auf Recyclingpapier, sondern auf zertifiziertem Frischfaserpapier zu drucken. Der Dialog geht weiter, wobei die Post immer wieder von ROBIN WOOD erinnert werden muss, die angekündigten Verbesserungen auch umzusetzen. 

Pressemitteilungen:
ROBIN WOOD-Proteste erfolgreich
Deutsche Post verkauft Papier aus Tropenwaldzerstörung

Post und McPaper verzichten auf Papier aus Regenwaldzerstörung

Edeka - Papier aus Tropenholz ausgelistet

Auch Edeka wurde durch den Fasertest überführt, Papier aus Tropenholz südostasiatischer Regenwälder zu verkaufen. Bei einem Gespräch in der Hamburger Pressestelle im August 2004 sagte EDEKA zu, alle Einzelhändler über Anforderungen im Papiereinkauf zu informieren. ROBIN WOOD stellte einen Entwurf für diesen Zweck zur Verfügung. EDEKA hat noch nicht über die Umsetzung informiert.

Pressemitteilung:
EDEKA steigt aus dem Geschäft mit Raubbau-Möbeln aus

Spicers - jetzt ohne Tropenholzpapier

Wie ROBIN WOOD herausfinden konnte, wurden die von Post und McPaper angebotenen No-Name-Produkte aus Tropenholz (mindestens eines davon von APRIL) von dem Großhändler Spicers geliefert. Nach mehreren Anläufen recherchierte Spicers auf Nachfrage von ROBIN WOOD bei seinen Lieferanten und erhielt von nahezu allen Zusagen, dass zumindest keine Produkte von APP und APRIL an Spicers geliefert werden. Dabei stellte sich heraus, dass die beanstandeten Produkte von der PAPIER UNION stammten, die auch weiterhin APRIL-Papier vertreibt, wenn auch nicht mehr an Spicers. ROBIN WOOD hat auch Spicers vorgeschlagen, allgemein gültige Leitlinien für den Papiereinkauf festzulegen.

Landesregierung des Saarlands - Tropenholzpapier aus Ämtern verbannt

Ende 2004 konnte ROBIN WOOD die Landesregierung des Saarlands und ihren Papierlieferanten Schneider überzeugen, auf Papier von APRIL („Excellent Copy“) zu verzichten. Auch in diesem Produkt konnte ROBIN WOOD durch Laborbefund Fasern aus dem Regenwald nachweisen.

Pressemitteilung:
Tropenholzpapier aus Ämtern verbannt

 

Procter & Gamble - Zellstoff aus Raubbau als Betriebsgeheimnis

Der multinationale Konzern Procter & Gamble, der hierzu­lande bekannte Markenprodukte wie Tempo-Taschentücher und Charmin-Klopapier verkauft, verwendet Zellstoff aus Eukalyptus-Monokulturen in Brasilien, für die Ureinwohner vertrieben und die Umwelt ruiniert wird. Procter & Gamble kauft Zellstoff von Aracruz Celulose, dem weltweit größten Hersteller von gebleichtem Eukalyptus-Zellstoff, der rund 250.000 Hektar Eukalyptus-Plantagen in Brasilien bewirtschaftet. Die Ureinwohner der Tupinikim und Guarini fordern 11.000 Hektar Land zurück, das ihnen nach brasilia­nischem Recht zusteht. Für ROBIN WOOD ist der Kauf von Procter&Gamble-Produkten nur dann akzeptabel, wenn der Konzern ausschließlich Zellstoff aus einer sozial gerechten und ökologisch nachhaltigen Forstwirtschaft bezieht. Aracruz erfüllt diese Anforderungen zur Zeit nicht.

 Mehr Informationen: www.robinwood.de/raubbaupapier